Gastbeitrag: Digitalisierung und SolvencyII (1/2)

Ready for Reporting?

Am 19. Mai war der Stichtag für das Solvency-II Day-1-Reporting der Solo-Einheiten. Hoffentlich konnte auch Ihr Unternehmen seinen Berichtspflichten erstmals offiziell nachkommen. Seitdem folgte nicht nur das Q1-Reporting, manche Abteilungen haben zusätzlich auch ihre Aufgaben für das Q2-Reporting erledigt. Aufgrund der Prozessdauer, der hohen Frequenz der Abschlüsse und der Menge der involvierten Unternehmenseinheiten lohnt es sich, den Solvency-II-Prozess aus Digitalisierungssicht zu betrachten.

Um die Zusammenarbeit der Abteilungen zu vereinfachen und Zuständigkeiten zu klären, benötigt ein effizienter Solvency-II-Prozess folgende Zutaten:
  • eine zweckmäßige Architektur
  • aktuelle und einfach zu sammelnde Informationen
  • optimierte Prozesse
Dies sind drei Aspekte der Digitalisierung, wie sie sich auch im PPI-Digitalisierungsrad wiederfinden.

Informationen sind für das Solvency-II-Reporting besonders wichtig. Der gesamte Prozess bedeutet letztendlich, Informationen im gesamten Unternehmen zu sammeln, auszuwerten und aufzubereiten. Diese Informationen müssen aktuell und von hoher Qualität sein; dies sicherzustellen hat nicht nur für das Reporting Priorität. Die internen Modelle großer Versicherungsunternehmen dienen längst nicht nur zum Reporting an die Aufsicht. Die Informationen werden auch für die Unternehmenssteuerung eingesetzt. Dazu müssen die Informationen jedoch auf dem neuesten Stand sein und mitunter auch häufiger als einmal im Quartal ausgewertet werden.

Ein Abschluss auf Knopfdruck – dieses Idealbild scheint angesichts der Komplexität des Prozesses nahezu unerreichbar. Ich denke aber, dass sich gerade in diese Richtung für viele Unternehmen Möglichkeiten bieten. Auf der einen Seite können Informationen einfach gesammelt und nutzbar gemacht werden. Auf der anderen Seite hilft die Priorisierung, welche Informationen benötigt werden, Verbesserungen in den richtigen Bereichen anzustoßen. So lässt sich vielleicht nicht der gesamte Abschluss auf Knopfdruck produzieren, aber schon ein Teil der Informationen, der schnell vorliegt, kann bei der Unternehmenssteuerung unterstützen.

In meinem nächsten Beitrag möchte ich darstellen, welche Zusammenhänge ich zwischen Solvency II und den Digitalisierungsaspekten Prozesse und Architektur sehe.

Bis dahin, Ihr
Felix Fiedler

Über unseren Gastautoren:
Felix Fiedler ist Wirtschaftsmathematiker und arbeitet bei PPI im Bereich Aktuariat. Mit seinem fachlichem Wissen insbesondere zu Solvency II und seiner IT-Affinität, unterstützt er als Bindeglied zwischen Fachlichkeit und IT, Versicherer im Bereich Projekt- und Anwendungsmanagement.



Torsten Gillessen ist seit Januar 2011 Partner bei der PPI AG und verantwortet dort die Geschäftsbereiche Aktuariat und Prozess-/Projektmanagement. Seine Schwerpunkte liegen bei regulatorischen Themen wie Solvency II sowie im Produktmanagement und der Planung von Big Data.


#Digitalisierung #Versicherungen #SolvencyII #Day-1-Reporting
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