Collaborative Business Modells (2/3)

Entwicklung erfolgreicher Geschäftsmodelle

Die Versicherungsbranche ist getrieben – getrieben von sich selbst: Ziel ist es, den entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber den vielen anderen Marktteilnehmern zu erlangen. Im Kern steht die Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells, so dass es sowohl technologisch, organisatorisch als auch strategisch skaliert. Aus anderen Branchen gibt es viele Beispiele für Unternehmen, die bereits heute einen solchen entscheidenden Vorteil für sich genutzt haben bzw. nutzen und damit skalieren können, wie z. B. AirBnB oder Salesforce.

Diese Geschäftsmodelle fokussieren nicht das eigene Unternehmen, sondern betrachten alle relevanten Akteure und deren Interaktionen. Diese Sichtweise wird als die Ökosystem-Perspektive bezeichnet – wie bereits im ersten Teil dieser Blog-Serie beschrieben wurde. In dieser Perspektive müssen Versicherer als eine Gruppe von Akteuren in ihrem Ökosystem nicht mehr als Plattformen verstanden werden, die neue Möglichkeiten der Interaktion mit anderen Akteuren (wie z. B. InsurTechs, Reisebuchungsportalen) schaffen und dadurch vermehrt traditionelle Ansätze (r)evolutionieren. Aus diesem Grund ist die Ausrichtung der Plattform innerhalb des Ökosystems eine zukünftige Kernaufgabe der Versicherer.

Bestehende Ansätze zur Entwicklung von Geschäftsmodellen stoßen – wie oben beschrieben – an die eigenen Grenzen. Aus diesem Grund entstehen im Moment sowohl in der Forschung als auch in der Wirtschaft Modelle, die dem Ökosystem-Ansatz folgen. Im Fokus steht eine Struktur, die Unternehmen dabei hilft, ein skalierendes Geschäftsmodell unter Berücksichtung aller relevanten Akteure zu kreieren. Das Prinzip ist – auch in der digitalen Welt – nicht so kompliziert, wie es vielfach dargestellt wird: Neue Technologien werden verwendet, um einzelne Akteure (z. B. Kunden, Versicherer, Ressourcen) in einem dynamischen Ökosystem miteinander zu vernetzen. Sie ermöglichen den Handel mit z. B. Versicherungsprodukten und Daten. InsurTechs haben beispielsweise vielfach das Ziel, sich als Vermittler zwischen dem Kunden und den Versicherern zu etablieren und dabei bisherige Marktmechanismen aufzubrechen und zu (r)evolutionieren.

Stellen Sie sich auch in diesem Moment die Frage: Wie soll sich mein Arbeitgeber aufstellen, um einen Mehrwert innerhalb dieses Öksystems aufzubauen und somit ein gewinnbringendes Geschäftsmodell zu etablieren?

Folgen Sie dem Leitgedanken: Mehrwerte müssen nicht nur für das eigene Geschäftsmodell geschaffen werden, sondern auch für Partner, Kunden und weitere Akteure! Aus welchem Grund sollten sich z. B. Partner in einem Ökosystem ansonsten mit Ihrer Organisation beschäftigen? Die Art des Mehrwerts dagegen kann stark variieren und sowohl strategischen, prozessualen oder finanziellen Charakter besitzen. Insbesondere muss bedacht werden, welche Akteure vom Partner über InsurTechs und Kunden bis hin zum Regulator Sie benötigen, damit Ihr Geschäftsmodell erfolgreich ist. Genau die Bestimmung dieses Mehrwerts ist das Besondere an der Öksystem-Perspektive: Es geht darum, über die Grenzen der eigenen Organisation hinauszudenken. Relevante Partner und weitere Akteure müssen explizit einbezogen werden, denn sie erfüllen wichtige Aktivitäten und steuern entscheidende Ressourcen und Vermögenswerte bei. Daher sollte die Steuerung von Beziehungen, Transaktionen und die Zusammenarbeit mit dem Ökosystem innerhalb der Organisation verstärkt Beachtung finden.


Beste Grüße
Ihr Julian Schmidt

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