InsurTechs – Was steckt wirklich hinter dem Hype? (Teil 2/2)


Fortsetzung vom 14. Juli 2016...

In meinem letzten Beitrag habe ich mich vorerst mit diesen Fragen beschäftigt:
  • Welche Aufgaben übernehmen InsurTechs?
  • Welche Rolle nehmen InsurTechs gegenüber klassischen Versicherern ein?
  • Welche Produkte bieten InsurTechs an?

In diesem Beitrag werde ich verstärkt auf die Kollaborationsformen eingehen und abschließend ein Resümee ziehen.

Welche Kollaborationsformen zwischen InsurTech und Versicherung werden aktuell praktiziert?

Grundsätzlich konnte ich zwei Kollaborationsformen identifizieren. Die erste Kollaborationsform nutzen InsurTechs, die einen breiten Überblick über Versicherungsprodukte bieten. Charakteristisch ist hierbei die Zusammenarbeit eines InsurTechs mit einer großen Anzahl von Versicherern.
1. Kollaborationsform




Die zweite Kollaborationsform wird vornehmlich von InsurTechs verwendet, die in einer bestimmten Sparte tätig sind und Online-Vertragsabschlüsse anbieten. Für diese Form ist die Zusammenarbeit eines InsurTechs mit einem oder maximal zwei Versicherern charakteristisch.

2. Kollaborationsform

Wie verdienen die InsurTechs Geld?

Die Einnahmequellen der InsurTechs sind verhältnismäßig homogen: Vertragsabschlussprovisionen und Bestandssicherungsprovisionen sind die am häufigsten genannten Begriffe. Grundsätzlich versucht jedes InsurTech transparent darzulegen, wie sich die Einnahmequellen zusammensetzen, um die höchstmögliche Kundenzufriedenheit zu erreichen. Einige InsurTechs, z. B. friendsurance, geben Anteile der Provisionen an den Versicherten weiter.

Was sind die Kernherausforderungen für die InsurTechs?

Im Moment stehen die InsurTechs vor der Herausforderung, langfristig rentabel zu werden. Standen zu Beginn Investoren mit einem gewissen Startkapital zur Seite, wollen eben diese nun die erwartete Rendite einholen. Durch die hohe Anzahl sowohl von etablierten als auch von neuen Mitbewerbern gestaltet sich allerdings die langfristige Rentabilität schwierig. Erschwerend basieren einige Prozesse der InsurTechs auf vielen (teuren) manuellen Tätigkeiten wie der Erteilung der Maklervollmacht durch den Endkunden und das Einholen von Vertragsdaten der jeweiligen Kunden

Fazit: Auch InsurTechs kochen nur mit Wasser. Ich denke, das ist eine gute Zusammenfassung dieser Analyse. Echte Innovationen konnte ich unter den InsurTechs nicht identifizieren – vielmehr sind es kleinere Vereinfachungen sowie die Etablierung des digitalen Vermittlers. Ungewöhnlich sind in meinen Augen die stabilen Netzwerke, die das Grundgerüst der InsurTechs mit ihren Partnerunternehmen bilden. Dynamische Netzwerke, wie sie amazon Payments oder Uber geschaffen haben, sind unter den 24 analysierten Modellen gar nicht zu finden, obwohl doch gerade diese erfolgversprechend wären.

 Ihr Julian Schmidt

#Digitalisierung #Versicherungen #InsurTechs #Kollaborationsformen
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