Ist Digitalisierung eine Strategie für die deutsche Assekuranz? (2. Teil)


Was ändert sich denn alles? 

Vor einigen Wochen endete mein erster Blog-Beitrag zum Thema Digitalisierung und Strategie mit dem Schlusspunkt:

Aus diesem Grunde lautet unser Credo: „Digitalisierung braucht Strategie!“

Auch wenn es manchmal schön wäre, ist mir klar: Mit Überzeugung allein starten Sie nicht den transparenten Strategiefindungs- und Anpassungsprozess, der erforderlich ist, um die anstehenden Veränderung zu bewältigen. Deshalb beschreibe ich in diesem und dem kommenden 3. Teil der Blog-Serie einige aus meiner Sicht wesentliche Entwicklungen, die schon begonnen haben, aber in Ihrem Unternehmen vielleicht noch nicht genug zu spüren sind:


Die in der Abbildung dargestellten vier Aspekte sind das Ergebnis eines intensiven Think-Tank-Wochenendes unseres PPI-Kompetenzteams Digitalisierung in der Assekuranz. Diesem Kompetenzteam gehören neben allen festen Autoren dieses Blogs weitere Kollegen mit einem bewusst gewählten Altersmix an: von jungen “Digital Natives“ bis zu erfahren Recken der Assekuranz (gerne auch mit dem sehr passenden Fachterminus „Digital Immigrants“ bezeichnet). Nur mit einem solchen Mix an unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen ist die Veränderung in Ihrem Unternehmen, bei der Sie ja auch Ihre Mitarbeiter mitnehmen wollen (oder müssen), zu bewältigen.

Zu den zukünftigen Prozessen und den Auswirkungen zukünftiger Technologie auf Sie und Ihre Welt lesen, hören und fühlen Sie im Zweifelsfall bereits genug (und ich möchte Sie nicht langweilen). Aber die Veränderung in Ihrem Unternehmen kann nur gelingen, wenn sie den Faktor Mensch ausreichend berücksichtigen. Und die wichtigsten Menschen für Ihr Unternehmen sind die Kunden und Ihre Mitarbeiter.

Zuerst einige Gedanken zum Thema Veränderungen der Kunden und die Auswirkungen auf Ihr Unternehmen. Eigentlich ist es ein Allgemeinplatz: Mit der Digitalisierung müssen Sie Ihren Kunden und seine sich sicher verändernden Bedürfnisse („Alles soll einfach und schnell erreichbar und verständlich sein.“) in den Mittelpunkt stellen. Wie weit die Branche aber davon noch entfernt ist, zeigt sich an der manchmal verräterischen Wortwahl: Wann haben Sie das letzte Mal über die Erhöhung der Dunkelverarbeitungsquote beim KFZ-Antrag nachgedacht? Merken Sie es? Sie denken an Ihren Kunden als „Antragssteller“. Wie wohl fühlen Sie sich in Situationen, in denen Sie einen Antrag stellen müssen? Eben …

Und wie sieht es bei Ihren Mitarbeitern und insbesondere Ihren Führungskräften aus? Technologie hat immer mehr Bedeutung; deshalb braucht Ihr Unternehmen die zukünftigen Leader. Wie ticken diese? Wie können Sie die immer noch geringe Anzahl an Techsurance-Menschen – also Menschen, die Versicherung und Technologie können und sich für beide Themen gleichermaßen begeistern – für Ihr Unternehmen rekrutieren und/oder sie in Ihrem Unternehmen identifizieren, fördern und gewinnen? Auch hier gibt es viel zu tun …

Somit gilt es, aus den Kunden und Leadern heraus den richtigen Veränderungsbedarf für Ihr Haus zu identifizieren und zielgerichtet in Maßnahmen zu überführen – und das heißt nichts anderes, als eine Strategie zu entwickeln und umzusetzen. Und wenn ich nun noch die beiden Aspekte Zukünftige Prozesse und Zukünftige Technologie mit ihrem Veränderungspotential betrachte, so heißt meine Antwort auf die Eingangsfrage „Was ändert sich denn alles?“: „Nicht alles, aber sehr viel mehr als heute viele glauben.“
In diesem Sinne – bis bald.



#Digitalisierung #Versicherung #Digitalisierungsstrategie #Wettbewerbsstrategie
Reaktionen:

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen