Mal quergedacht: Emp-Art-Life – Watson kurz vor dem Burnout?! (Teil 3 - Dates by night)


Vorweg: Haben Sie nicht auch das Gefühl, Watson steht kurz vor dem Burnout?! Ganz ehrlich, bei unserem Besuch der Cebit in der IBM Welt und ergänzend in diversen veröffentlichten Berichten über „die“ künstliche Intelligenz schlechthin – Watson – stellten wir uns ernsthaft die Frage: Was soll er denn noch alles können? Er lernt: Sehen, Verstehen, Medizin, Cyberrisiken, Fremdsprachen usw. – Gut und schön, soll ja möglichst intelligent werden der Gute - aber Watson fehlt aus unserer Sicht eine ganz entscheidende Eigenschaft/Komponente – Empathie! An diesem Punkt kommt Ofelia ins Spiel! Ja ok, Alexa gibt es auch noch, nur fehlt ihr ebenfalls diese Eigenschaft. Sie klingt eben nur ziemlich verständnisvoll und charmant #alteBlenderin.

Ok, zurück zu Ofelia. Kurz zur Erinnerung: Ofelia ist unser fiktives Emp-Art-Life Managementsystem. Was das ist?! Unsere Definition:
Emp-Art-Life Managementsystem = (Künstliche Intelligenz + Big Data + Smart Home)*Empathie

In unseren letzten zwei Beiträgen zum Emp-Art-Life-Gedanken haben wir bereits beschrieben, wie Ofelia uns im Alltag helfen kann, insbesondere am Morgen und während der Mittagszeit – Was nun aussteht, ist der Abend bzw. die Nacht…

🌑Endlich mal wieder ein Abend zu zweit. Ruhe, romantische Stimmung mit gedämmtem Licht und ein leckeres Essen. Vielleicht Austern? Wer träumt nicht davon. Ofelia kümmert sich darum: Sie synchronisiert Ihre Kalender, organisiert die richtigen Lebensmittel und gibt der vollautomatischen Küchenmaschine die passenden Kochanweisungen. Dank vernetztem Zuhause auch kein Problem. Sie und Ihr Partner kommen nach Hause und finden alles vorbereitet für einen schönen Abend. Schnell ist klar: Ab hier kommen Sie auch ohne Ofelia zurecht 😏

Und Ofelia ist alleine – sie hat Gefühle und träumt auch von einem romantischen Abend zu zweit. Wer wäre hier eine bessere Partie als der kognitive Supercomputer Watson? Natürlich niemand. Die Liaison zwischen den beiden digitalen Assistenten geht schon eine Weile und hilft beiden: Ofelia kann endlich mal ihr Herz ausschütten, welches gefüllt ist mit den banalen Problemen der Menschen, und Watson hat endlich mal einen Go-Gegner auf Augenhöhe. Das ermöglicht beiden den nötigen Stressabbau.

ALARM! Ofelia wird jäh aus ihrem Abend gerissen, denn sowohl das Smart-Bed als auch die Smart-Watch melden Herzrasen…Die Notfall-Prozesskette wird automatisch eingeleitet. Zum Glück war es nur eine Meeresfrüchteallergie und Ofelias schnelles Reagieren hat rechtzeitig ärztliche Hilfe gebracht. Ofelia rettet wieder mal Leben und senkt Kosten im Gesundheitssystem. Austern gibt es jedenfalls nicht mehr 😀

Zugegeben: Das ist schon weit voraus gedacht respektive verrückt. Doch zählt man alle Fähigkeiten aktueller Roboter, Maschinen oder Softwareprogramme zusammen, stellt man schnell fest, Mensch und Maschine trennen nur noch Gefühle💓...

Viele herzliche Grüße
Hannah und Ronny

PS: @GoogleInc. - Ab jetzt können wir uns gerne auf einen Preis für unsere Emp-Art-Life Managementsystem Idee einigen 🙊

#Digitalisierung #Versicherungen #Watson #Ofelia #Alexa #SmartHome #Emp-Art-Life #LifeManagement


Hannah Victoria Groß ist Expertin für Online- und Social-Media-Marketing bei der PPI AG. Sie übernimmt die Moderatorenrolle dieses Blogs und liefert regelmäßig Impulse für das Label "Mal quergedacht". Nebenbei spürt sie auch Autoren zum gastbloggen auf ;-)

Ronny Kant ist Junior Sales Manager im Bereich Versicherungen und ist nebenbei ein sehr kreativer wie auch innovativer Schreiberling. Er interessiert sich für zukünftige Entwicklungstendenzen der Versicherungsbranche und die daraus resultierenden Herausforderungen für Versicherungsunternehmen. Vielleicht erfreut er uns auch in Zukunft mit weiteren Impulsen.

Telematik in der Kfz-Versicherung (Teil 2)

Lessons learned: Aus den Erkenntnissen des ersten Beitrages ergibt sich, dass es schwierig ist, Telematik-Tarife einzuführen und damit direkt positiv zum Geschäftsergebnis beizutragen. Dennoch ist es sinnvoll, in diese Technologie zu investieren, um wertvolle Kundendaten zu sammeln und den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren. Die folgenden Handlungsempfehlungen sorgen für den nötigen Erfolg im Projekt „Telematik“!

1. Einhaltung des Datenschutzes

Daten zu erheben und zu speichern sind kritische Punkte, die dem Thema Big Data zunächst entgegenstehen. Für die Datenerhebung müssen Sie die Grundsätze der Datenvermeidung und -sparsamkeit einhalten (vgl. § 3a BDSG). Nur die für die Tarifierung benötigten Daten sollten gespeichert werden. Für die Speicherung der Rohdaten sollte entsprechend der CoC-Regelungen eine maximale Dauer von sechs Monaten gelten. Außerdem müssen Sie die ab 2018 geltende EU-DSGVO einhalten und somit die Datenerhebung und Speicherung für den Kunden transparent gestalten. Möchten Sie die Daten für andere Zwecke als die Tarifierung verwenden, muss dies vertraglich mit den Kunden vereinbart werden.

2. Transparenz und verständliche Tarifierung

Für Ihre Kunden muss vor Abschluss des Telematik-Tarifes klar sein, welche Daten erhoben werden. Auch dies sollten Sie vertraglich direkt im Antrag festhalten, sodass später keine Unklarheiten entstehen. Idealerweise stellen Sie Ihren Kunden eine App zur Verfügung, in der die Daten eingesehen werden können. So bekommen Ihre Kunden ein direktes Feedback über ihre Fahrweise und die damit verbundenen Ersparnisse. Nur durch Transparenz kann sichergestellt werden, dass die Kunden die Telematik-Technik nutzen und durch sicherere Fahrweise weniger Schäden entstehen.

3. Telematik-Tarif muss sich rentieren

Die Einführung der neuen Technik ist kein Selbstzweck. Die Investitionen in die Infrastruktur, Mitarbeiterschulungen und IT sind hoch und müssen sich in absehbarer Zeit rentieren. So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe! Zum einen können wertvolle Bestandskunden, die ohne Telematik-Angebot zur Konkurrenz wechseln würden, langfristig gebunden werden. Zum anderen können Sie Neukunden gewinnen, sodass lukrative Kundenverbindungen entstehen können.

4. Zusätzliche Serviceleistungen anbieten


Neben dem Argument einer günstigeren Prämie bei entsprechender Fahrweise sollten Sie Ihren Kunden zusätzliche Serviceleistungen anbieten. Dazu zählen beispielsweise Self-Services im Schadenfall, Schadenprävention (Analyse des Fahrstils), Informationsdienste (Kulturangebote, Parkplatzsuche), Sicherheitsdienste (Arzt-/Krankenhausfinder) und Community-Dienste (Vergleich mit Freunden). Durch dieses umfassende Angebot schaffen Sie Mehrwerte für die Kunden und setzen sich von der Konkurrenz ab.

5. Einbindung aller Mitarbeiter


Die Einführung des neuen Telematik-Tarifes betrifft fast alle Abteilungen Ihres Unternehmens: Von der Produktentwicklung über das Aktuariat bis zum Vertrieb sind viele Mitarbeiter beteiligt. Wichtig dabei ist, die Mitarbeiter frühzeitig einzubinden. Ihr Vertrieb beispielsweise ist täglich unmittelbar mit den Kunden in Kontakt und kennt daher deren Wünsche und Bedürfnisse. Auch die Schadenbearbeitung kann viele der Services in die eigenen Betriebsabläufe integrieren, sodass mehr Zeit für die Bearbeitung von komplizierten Schadenfällen bleibt. Achten Sie darauf, Ihre Kollegen von Anfang an einzubeziehen. Dann können Sie die Projektdauer und die Kosten verringern.

Bis zum nächsten Mal,
Maximilian Bohlen

#Digitalisierung #Versicherungen #Telematik #Kfz-Versicherung



Maximilian Bohlen ist Bachelor der Betriebswirtschaft und angehender Wirtschaftsinformatiker. Bei PPI arbeitet er als Consultant im Bereich Versicherungen. Seine Stärke ist die Beratung und Umsetzung an der Schnittstelle zwischen versicherungsfachlichen Anforderungen und modernen IT-Systemen

Cyber-Deckungsentscheidungen anhand von Fragebögen – ein Kommentar

Wie in unserem letzten Beitrag zum Thema Cyber angekündigt, beschäftigen wir uns heute mit den Fragebögen, die üblicherweise zur Einschätzung von Cyberrisiken verwendet werden.

Viele Versicherungsunternehmen können bei der Zeichnung einer Cyber-Police insbesondere für KMUs nur mit Hilfe der Fragebögen eine Risikoeinschätzung ermitteln. Darum haben wir die Fragebögen der größten deutschen Cyberversicherer auf Strukturen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede analysiert.

Der Fragebogen zur Cyber-Police hat für das Versicherungsunternehmen das Ziel, sowohl das maximale Risiko als auch die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Versicherungsfalls einzuschätzen zu können. Daneben werden meist noch Fragen zum Unternehmen und zum angestrebten Versicherungsschutz gestellt. Der Versicherer befindet sich hier in einer Zwickmühle: zum einen ist er an möglichst vielen Informationen zur Verbesserung der Risikoeinschätzung interessiert, zum anderen darf der Fragebogen für den Versicherungsnehmer nicht zu unübersichtlich werden. In der Praxis beinhalten die Fragebögen meist ungefähr 100 Fragen.

Die Höhe des gezeichneten Risikos steht im Vordergrund und wird mit einer großen Anzahl an Fragen bedacht. Zur Einschätzung werden hier insbesondere die vom Versicherungsnehmer verwalteten Daten abgefragt. Personenbezogene Daten wie Kreditkartendaten und medizinische Daten der Kunden des VN erhöhen das zu zeichnende Risiko erheblich und werden meist gesondert betrachtet. Weitere wesentliche Faktoren sind die Anzahl der Anwender, die Größe der IT-Infrastruktur und deren Aufbau. Auch das Outsourcing von IT-Dienstleistungen wird häufig betrachtet, da ein komplexeres Risikomanagement und eine mögliche Kumulbildung das Risiko negativ beeinflussen.

Die Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Versicherungsfalls wird in den Fragebögen meist nur nachrangig betrachtet. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn im Vergleich zur Risikohöhe sind diese Daten wesentlich schwieriger in einem Fragebogen zu erfassen. Wirkungsvolle Hilfsmittel bei der Einschätzung sind meist sehr kostspielig: neben IT-Audits bietet eine Zertifizierung nach ISO 27001 eine Möglichkeit zur Einschätzung der Risikosituation des Versicherungsnehmers. Beide Varianten rechnen sich im Falle von KMUs meist jedoch weder für das VU noch den VN. In den Fragebögen wird deshalb der Fokus auf die verschiedenen Sicherheits- und Notfallprozesse sowie die angewandten Sicherheitsmaßnahmen gelegt. Die Einschätzung erfolgt aus dem Eigenbild des Versicherungsnehmers.


Aus unserer Sicht stellen die Fragebögen zur Risikoeinschätzung bei KMUs ein grundsätzlich wirksames Mittel dar. Mit zunehmender Unternehmensgröße ist ein VU mit einem Fragebogen alleine jedoch nicht mehr in der Lage, eine adäquate Risikobewertung vorzunehmen. Dies deckt sich mit der im Zuge der GDV Cyber Security Konferenz dargestellten Musterbedingungen für das Zeichnen einer Cyber-Police. Diese Musterbedingungen zielen auf Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl von maximal 250 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von bis zu 50 Mio. € ab. Die Anzahl der Fragen orientiert sich am Umsatz der Unternehmen.

5-10 Fragen werden bei Unternehmen mit bis zu 2 Mio. € Umsatz angewandt, 25 Fragen bei Unternehmen mit 2-5 Mio. € Umsatz und bis zu 50 Fragen bei Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 10 Mio. €. Bei Unternehmen mit einem Umsatz von 10 - 50 Mio. € wird ein individuelles Underwriting empfohlen. Für einen Quickcheck bietet der VDS einen Fragebogen mit 39 Fragen an, der kostenlos durchgeführt werden kann. Es wird jedoch betont, dass die Ergebnisse der Fragebögen nach unten relativiert werden müssen, da die Beantwortung der Fragen auf Selbstauskunft der Unternehmen basiert.

Die Einschätzung der Systeme, Daten und Risikoprozesse des VN durch Fragebögen ist auch für größere Unternehmen ein relevantes Instrument. Die Sicherheitseinschätzung aus einer Außenperspektive erweitert den Informationsgehalt auf die Risikosituation und wird mit zunehmender Risikohöhe umso wichtiger. Bei großen Unternehmen kann der Fragebogen daher durch die Abfrage von Zertifikaten und der Durchführung eines IT-Audits ergänzt werden. Durch die hohen Kosten dieser Maßnahmen entsteht jedoch eine Lücke für kleine und mittelgroße Unternehmen, für die der Fragebogen nicht mehr angemessen ist, das Audit oder eine Zertifizierung jedoch noch zu teuer ist. Die Themengebiete adäquate Risikobewertung und zur Nachfrage passende Deckungskonzepte werden für das Wachstum und die Weiterentwicklung des Cyber-Versicherungsmarktes eine entscheidende Rolle spielen. Wir sind gespannt, welche Lösungen hier entwickelt werden.

Viele Grüße
Jonas Schwade und Felix Fiedler


 
Jonas Schwade ist Diplom-Kaufmann und arbeitet bei PPI als Consultant im Bereich Versicherungen. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Kommunalversicherungen sowie in allen gesundheitlich relevanten Fragen rund um das Thema Versicherung.

Felix Fiedler wird diesen Blog ab sofort und regelmäßg mit Beiträgen rund um das Thema "Cyber" versorgen. Er ist Stammautor unseres Blogs und zeigt die Kehrseite und die Schwachstellen zunehmender Digitalisierung auf.

#Versicherungen #Cyber #Cyberrisiken #Cyberkriminalität#Fragebogen #Audits